Biologische Analytik

Biologische Analysen sind ein Hauptbereich unserer Arbeit und dienen als Grundlage für die Gewässerbewertung und naturschutzbezogene Aufgaben. Wir untersuchen verschiedene Organismengruppen, darunter Makro- und Mikrozoobenthos, Phytoplankton, Zooplankton, Makrophyten, Phytobenthos und Bakterien. Bei Bedarf arbeiten wir mit Spezialisten für bestimmte Organismen zusammen. Für die Beurteilung von biologischen Abwasserbehandlungsanlagen führen wir mikroskopische Analysen von Belebtschlamm und Biofilmen durch und bieten Expertise zur Ergebnisinterpretation.

Phytoplankton

Zooplankton

Picoplankton

Zoobenthos

Makrophyten

Phytobenthos

Fischbestand

Mikroskopische Analysen / Belebtschlamm

Phytoplankton

Als Phytoplankton werden die meist im Freiwasser schwebende Algen bezeichnet. Unsere Mitarbeiter/-innen quantifizieren Phytoplankter durch Zellzählung und Ermittlung des Biovolumens. Die Bestimmung erfolgt im akkreditierten Bereich nach den Normen DIN EN 15204 (M 41):2006-12 und DIN EN 16695 (M 37):2015-12, immer in Kombination mit der harmonisierten Taxaliste (HTL). Die Probenahme erfolgt in der Regel mittels einer einfachen Schöpfprobe und richtet sich dabei nach der in der DIN EN 16698 (M 38):2015-12 beschriebenen Methodik.

Diese Analysen dienen vor allem der Gewässerklassifizierung und Trophiebewertung. Sie sind auch entscheidend für langfristige Gewässermonitorings und die EG-WRRL-Bewertung. Mithilfe der von Fachexperten und -expertinnen entwickelten Bewertungs-Tools PhytoSee und PhytoFluss kann die Qualitätskomponente Phytoplankton zur ökologischen Bewertung der Qualität eines Gewässers herangezogen werden.

Zooplankton

Zooplankton umfasst eine Vielfalt von im Freiwasser schwebenden kleinen tierischen Organismen. Wie beim Phytoplankton erfolgen die quantitativen Analysen anhand der Bestimmung von Individuenzahl und Biovolumen. Die Probenahme erfolgt hierbei jedoch in der Regel durch horizontale oder vertikale Netzzüge (zum Teil mit unterschiedlichen Maschenweiten) und richtet sich nach der in der DIN EN 15110 (M 16):2006-08 beschriebenen Methodik.

Auch wenn das Zooplankton nicht zu den Qualitätskomponenten nach EG-WRRL zählt sind die Informationen für Ökosystemanalysen und Gewässerbewertungen relevant. Das von Fachexperten und -expertinnen entwickelte Bewertungs-Tool PhytoLoss kann zur Bewertung der Gewässerqualität herangezogen werden.

Picoplankton

Das autotrophe Picoplankton (APP) bildet einen großen Teil der organischen Substanz, besonders in nährstoffarmen (oligotrophen) Gewässern, und spielt daher eine wichtige Rolle bei Stoffumsatzprozessen im Wasser. Die Analyse erfolgt mittels Fluoreszenzmikroskopie.

Makrozoobenthos

Das Makrozoobenthos (MZB) ist ebenfalls eine für die Gewässerqualitätsbewertung entscheidende Qualitätskomponente. Unsere Verfahren sind akkreditiert und dienen Behörden als Überwachungs- und Planungsinstrumente.

Saprobienindex: Der Saprobienindex zeigt die Auswirkungen organischer Belastung in Gewässern an. Er integriert langfristige Wasserqualitätsdaten und ist entscheidend für die biologische Gewässergütebewertung.

Makroindex nach DIN 38 410 M2 (1990-10) oder DIN 38410 M1 (2004-10): Dieser Index betrachtet Organismen mit langer Generationszeit und integriert Belastungsspitzen über einen längeren Zeitraum.

Mikroindex nach DIN 38 410 M2 (1990-10) oder DIN 38410 M1 (2004-10): Im Gegensatz dazu spiegelt dieser Index kurzfristige Wasserqualität wider und ergänzt den Makroindex, insbesondere bei hoch belasteten Gewässern.

Zoobenthosanalysen nach EU-WRRL: Diese Untersuchungen berücksichtigen das gesamte Organismenspektrum im Gewässer. Die Bewertung erfolgt am natürlichen Zustand (Leitbild) des Gewässertyps entlang einer 5-stufigen Skala von sehr gut bis schlecht (leitbildorientiertes Verfahren).

Phytobenthos

Phytobenthos umfasst Wasserpflanzen am Gewässergrund, hauptsächlich Kieselalgen. Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie werden sie in Fließgewässern untersucht und dienen zur Bewertung von Umweltzuständen. Phytobenthos, insbesondere Kieselalgen, können auch zur Anzeige von Trophie, Versauerung und Versalzung verwendet werden. Die Probenahme, Analyse und Bewertung erfolgen nach akkreditierten Verfahren der IDUS GmbH gemäß EU-WRRL-Vorgaben. Wir bieten auch Dienstleistungen zur Probenaufbereitung und Diatomeenpräparation an.

Makrophyten

Makrophyten sind höhere Wasserpflanzen im Gewässer, die wichtige Funktionen erfüllen. Sie dienen als Lebensraum für Wasserorganismen, beteiligen sich an Stoffumsatzprozessen und zeigen Umweltbedingungen an. Ihr übermäßiges Wachstum kann jedoch negative Folgen haben. Wir untersuchen Makrophyten gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie und werten die Ergebnisse je nach Bedarf aus.

Fischbestand

Fischbestandsuntersuchungen sind wesentlicher Bestandteil der Gewässerbewertung gemäß EU-WRRL. Gemäß dieser Richtlinie müssen alle Gewässer und Gewässerabschnitte auf ihre Fischpopulationen hin untersucht und bewertet werden. Dies geschieht durch Vergleich der vor Ort ermittelten Arten mit einer gültigen Referenz-Fischzönose für das jeweilige Gewässer, typischerweise unter Verwendung des „fischbasierten Bewertungssystems für Fließgewässer“ (fiBS).

Fischbestandsuntersuchungen können auch unter fischereiwirtschaftlichen Gesichtspunkten oder zur Verbesserung der Wasserqualität durch Biomanipulation erfolgen. Letzteres wird häufig in Trinkwassertalsperren oder Badegewässern eingesetzt, um einen Raubfischbestand zu fördern. Diese Raubfische fressen Friedfische, was wiederum zur Förderung des Zooplanktons führt und so zu einer Reduzierung der Algen im Freiwasser beiträgt, was schließlich klares und partikelarmes Wasser ermöglicht.

Die IDUS GmbH bewertet den Fischbestand sowohl gemäß den EU-WRRL-Richtlinien als auch für verschiedene Zwecke, wie den Naturschutz, die Fischereiwirtschaft oder andere Nutzungsfragen. Obwohl wir keine eigenen Fischfanggeräte haben, arbeiten wir mit verschiedenen Sachverständigen und Fachbüros zusammen, die oft auf bestimmte Gewässertypen spezialisiert sind. Bei Interesse vermitteln wir Sie gerne direkt an diese Institutionen.

Mikroskopische Analysen / Belebtschlamm

Mikroskopische Untersuchungen geben oft einen schnellen und kurzen Einblick zum „Inhalt“ einer Probe – Sind und wenn ja welche Organismen enthalten? Gibt es abiotische Partikel oder Strukturen in einer bestimmten Größe? Ist ein Wachstum von Algen zu erkennen? Die Details und der genaue Umfang der Untersuchung kann ganz individuell abgesprochen werden.

Konkrete wichtige Anwendungsbereiche sind die Belebtschlammanalytik in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber auch die Untersuchung und Beurteilung von Biofilmen, Belägen oder Sedimenten in Wasseraufbereitungsanlagen, Speichern, Wasserleitungen oder technischen Anlagen. 

Die mikroskopische Belebtschlammanalytik ist eine etablierte Methode zur Beurteilung von biologisch aktiven Schlämmen oder biologischem Aufwuchs in der Abwassertechnologie. Durch die Auswertung der Flockenstruktur und der Besiedlung können wichtige Informationen zur Leistungsfähigkeit und eventuellen Beeinträchtigungen der biologischen Prozesse in den Bioreaktoren erhalten werden. Viele Organismen dienen dabei als Indikatoren, um Rückschlüsse auf die Qualität des Abwassers oder Probleme in der Betriebsführung zu ziehen.

Biologische Beläge können in technischen Anlagen vielfältige Probleme verursachen, darunter Keimbelastung, Verbrauch von Desinfektionsmitteln, Beeinträchtigung von Wärmetauschern und Verstopfungen. Die mikroskopische Analyse solcher Beläge kann Informationen über den Anteil biologischer Komponenten sowie Details zur Besiedlung liefern. Dies ermöglicht wichtige Erkenntnisse zur Vermeidung oder Bekämpfung unerwünschter Erscheinungen wie Korrosion, Geruchsbildung oder chemischer Veränderungen in der Anlage.